Berichte

Ehrenpreisverleihung
der Stadt Potsdam 2013 bis 2017

  

Im Jahr 2013 gelang es uns erstmalig nach mehreren Anläufen auf die Liste für die Nominierung des Ehrenamtspreises der Stadt Potsdam zu kommen.

Aus unserer Abteilung Wandern wurde der Abteiungsleiter aus dem Kreise der Bevölkerung vorgeschlagen. Nach dem man auf Nachfrage die Vorschläge nochmals sichtete, kam auch eine Einladung für die Nominierung. Seit 2010 wurde dieses mit tatkräftiger Unterstützung aus der Öffentlichkeit immer aufs Neue versucht. Doch in so mancher Verwaltung gibt es viele, viele Ablagemöglichkeiten (Ordner, Schreibtischschubladen usw.). Was einmal dort gelagert wird, bleibt auch oft dort verschollen. Es muss immer wieder "nachgehakt" werden.  


Im Jahre 2014 wurden gleich drei Personen mit einer Einladung bedacht. Es waren die Wanderleiter unserer Abteilung, die auch schon im Besitz des "EhrenamtsPasses" des Landes Brandenburg mit Unterschrift des Ministerpräsidenten Brandenburgs waren. Aber bis die Bedeutung des Wortes Wandern und alles, was dahinter als Engagement steckt bis in die einzelnen Amtsbereiche der Verwaltung "Fuß fasst", wird es wohl noch sehr lange dauern.  

Aus unserer Gruppe haben übrigens alle, die es gesundheitsmäßig  noch packen können in einer 5 Jahre dauernden Anwartschaft das Deutsche Wanderabzeichen in in der Stufe Gold für aktiv andauerndes Engagement erreicht. Nun kommt für 2015 die erste Stufe der Wiederholung in der Stufe Gold dazu. Das ist die höchste Form, die hierfür momentan bundesweit vergeben wurde.
 

Doch das Wörtchen "Wandern" birgt in sich noch "mehr Gefahren". Die in die Kommission für die Auswahl der Kandidaten für den Ehrenamtspreis der Stadt Potsdam Berufenen können dieses Engagement "Wandern" schlecht in die ihnen vorgegebene Kategorien einordnen.

Sieben Varianten gab  man ihnen in der Regel vor:

1. Ehrenamtspreis zur Förderung des sozialen Zusammenhalts

2. Ehrenamtspreis für Generationen verbindende Arbeiten

3. Ehrenamtspreis an die Jugend der Stadt

4. Ehrenantspreis für kulturelle Momente

5. Ehrenamtspreis in Natur und Wissenschaft

6. Ehrenamtspreis für sportliche Engagements

7. Preis für langjähriges Engagement

 

Objektiv betrachtet gehört das von uns erbrachte Engagement im Wandern eigentlich in alle Kategorien und überall wurde Herausragendes für die Stadt erbracht - allein über 40 Jahre können Mitglieder unseres Teams hier kontinuierlich aufweisen. Man hat es statistisch nachgerechnet: zwischen 300 bis 1000 Stunden konnten jährlich bei uns bei Einzelnen nachgewiesen werden. Das sind durchschnittlich 1 bis 3 Stunden pro Tag - bei uns aber überwiegend an den Wochenenden zusammengefasst - Leistungen für die Allgemeinheit ohne Auslagenersatz und Honorar (intern wird hier statistisch mit 12 € pro Stunde für die Wertschöpfung des Staates gewertet).
Einzelne aus der Gruppe wurden bereits sogar für 50-jähriges ehrenamtliches Wirken von anderen Stellen hoch geehrt. Es wurden dabei von diesen Gremien auch Aktivitäten über die Stadtgrenze Potsdams hinaus und Wirken an anderen vorherigen Wohnorten miteinbezogen. Arbeitsbedingt gibt es auch mal einen Wohnortwechsel. 

 

(zu Punkt 1) Es wurden viele Wanderungen für finanziell sozial Schwache und Senioren durchgeführt, die sonst von der überige Gesellschaft ausgegrenzt wären -

Wanderungen und Führungen in nahen Umfeld auch für Hartz-IV-Empfänger.

 

(zu Punkt 2) Alt und Jung wurde in die vielfältigen Touren einbezogen - das "Zauberwort"  heißt beim DWV "Familienwandern" - aber in den öffentlichen Verwaltungen "generationenübergreifend".  

(zu Punkt 3) Die Jugendarbeit im Wandern ist bundesweit inzwischen total eingebrochen. Das traf uns auch. Hatten wir doch eine der wenigen Jugendgruppen, die die Stadt bis hin zu vielen Veranstaltungen im Ausland vertrat. Unsere Mitstreiter wuchsen aus dem Jugendalter einfach heraus, Und auch nicht jede neu gegründete Familie zieht insgesamt weiter mit. Heute sind es oft zusätzliche finanzielle Engpässe. Wandern ist auch keine olympische Disziplin - also können Firmen über Werbung beim Wandern nicht viel bewirken.   

 

(zu  Punkt 4) Bei jeder unserer Touren steckt im Hintergrund das nationale Welterbe bzgl. Natur und Kultur. Events werden bei Aktionen miteinbezogen - sind aber nicht unser Schwerpunkt. Wir wirken ehrenamtlich - die meisten Events der heutigen Zeit dienen aber vorrangig dem kommerziellen Tourismus. Die Gäste wollen auch essen, trinken und übernachten. Führungen durch touristische Unternehmungen muss der Einzelne kräftig bezahlen. Wir bieten dieses kostenfrei. Nur unseren eigener Organisationsaufwand bitten wir von unseren Gästen auszugleichen - meist 1 bis 2 Euro. Kommerzielle Unternehmungen nehmen inzwischen bis zu 10 Euro pro Stunde  und Teilnehmer und die Touren enden meist vor ausgewählten Gasthäusern.Kommerzielle Unternehmungen verlangen bei Gruppenführungen inzwischen ca. 100 Euro pro Stunde für den vom Unternehmen eingesetzten Wanderleiter.   

 

(zu Punkt 5) Natur und Wissenschaft gehören als Selbstverständlichkeit ohne große Ankündigung zu unserem Programm. Allein aus den Wanderplänen kann man das schon ablesen.

 

(zu Punkt 6) Unsere Gruppe stand eindeutig über Jahre an der Spitze der territorialen ostdeutschen Wanderbewegung. Wir bildeten den "Nachwuchs" aus und waren selbst auch sportlich aktiv. Die höchsten möglichen Klassifizierungen im Wandern wurden uns zuteil. Einzel- und Gruppenurkunden füllen ganze Alben.

Im Ausland hieß es immer "Das sind die Potsdamer - gute Feunde!" - Gegenbesuche folgten. Wir bauten schon vor dem pass- und visafreien Verkehr die Grenzen ab.  

Viele der über Jahre Ausgebildeten wirken inzwischen über die gesamte deutsche Republik verteilt in Vereinsleitungen. Wir sind auch im Landesfachverband der Wanderer Brandenburgs aktiv vertreten - in territorialen Gremein ebenfalls.

Es hat über 100 Jahre gedauert, bis der (altbundesdeutsche) Deutsche Wanderverband das "Wandern" auch als Sport anerkannte. Auch 20 Jahre nach der Wende  hieß es noch immer, dass die Ostdeutschen das Wandern erst erlernen müssten. Die Basis der Wanderer in Ost und West war da ganz anderer Meinung - sie tauschten ihre Erfahrungen bei vielen gemeinsamen Aktionen bestens aus.

Inzwischen scheint auch die "Betonkopfmentalität" mancher Repräsentanten in den oberen Vorständen auszusterben. Fast alle Regeln des ehemaligen ostdeutschen Verbandes für Wandern und Bergsteigen (DWBO) wurden geschickt in die Aktualität übernommen - bekamen nur eine andere Bezeichnung. Der jetzige zentrale Deutsche Wanderverband lobt das ehrenamtliche Engagement der Wanderer in höchsten Tönen. Er sieht es leider aber vorrangig als Wirtschaftsfaktor für den kommerziellen touristischen Bereich - also zum Geldverdienen. Das wir inzwischen bei gesamtbundesdeutschen Wettbewerben in den Wanderaktivitäten erneut ganz vorn "mit-dabei-sind" und auf den zentralen Deutschen Wandertagen mehrfach zu den Ausgezeichneten gehörten, musste man akzeptieren. Alle Mitglieder unseres Teams haben - bis auf alterfsbedingte Einschränkungen - das neue Deutsche Wanderabzeichen erworben. 80% unser Gruppe haben eine Ausbildung als lizenzierte Wanderleiter (Trainer C und zusätzlich Wanderführer, einige sogar als Bergführer).

 

(zu Punkt 7) Mehrere Mitglieder können bei uns ein langjähriges Enagement von mindestens 30 bis zu 50 Jahren aufweisen.

 

Resümee:

Trotz dieses unwahrscheinlichen ehrenamtlichen Engagements blieb es bei Festempfängen des Oberbürgermeisters für uns nur bei einer Namensnennung. Man gab anderen - auch Würdigen - seitens der Jury den Vorrang. Wir wurden schwerpunktmäßig in die Gruppe "Ehrenamtspreis für sportliches Engagement" eingestuft. Da sollten wir uns dann mit Gruppen und Einzelnen messen, die für die Stadt Weltmeistertitel im Leistungssport geholt hatten. Doch Wandern gehört aber nun mal zum Breitensport, ist auch keine Leistungskategorie im Seniorensport.
Dazu kommt noch, dass viele Verwaltungsmitarbeiter Wandern immer nur als reines privates Freizeitvergnügen zum Zweck der Besichtigung von kulturellen Zeugnissen und anderen Sehenswürdigkeiten in Städten und in der Natur auffassen. Das wird dann uter der englischen Bezeichnung "Sightseeing" versteckt. Wandern ist aber bedeutend mehr, grenzt sich von Spazieren und reinen Busrundfahrten gewaltig ab. Gegen diese klare Bildungslücke und solches stressgeplagte "Scheuklappenverhalten" treten wir entschieden auf. 


Erbringt jemand in mehreren Kategorien besondere langzeitige Aktivitäten, muss es eine kategorieübergreifende Würdigung geben. Es kann einfach nicht sein, dass ein jeweiliger hoher Einsatz in mehren Kategorien  (z. B. mehrmals 80%) weniger bedeuten als nur einmal voller Einsatz mit 100% Wertungspunkten in einer Einzelkategorie.

 

Ein Teil der Genannten aus 2013 - EINMAL wir dabei. In 2014 gab es drei Einladungen in diesem Rahmen.

Besonders beim "Preis für langjährigen Engagement" fühlten wir uns nicht ausreichend berücksichtigt. Mit 50 Jahren Dauerengagement dürfte man eigentlich in der Bewertung recht weit vorn liegen.
Die Laudatiatoren bezeichneten die im Ehrenamt Tätigen "als 'Stille Engel' - ohne die unser Land nicht bestehen können würde". Wenn da noch so viele "alte Hasen" tätig sind, sollte man doch einfach den Kreis erweitern, ehe die biologische Auswahl das von selbst klärt.

 

 

Andere Beobachter waren der Meinung, dass die Jury nicht alle Begründungen für die Auszeichnung der Kandidaten zu Gesicht bekommen haben könnte. 
Unter den Ausgezeichneten waren z. B. 2013 auch Personen, die für diese spezielle Tätigkeit im Ehrenamt finanziell schon vergütet werden. Hohes Engagement in Job für andere ist wunderbar, ehrenswert - aber nicht in diesem Zusammenhang mit einem Ehrenamtspreis. Auch personengebundenes Sponsoring ist Bezahlung und  spezielle Unternehmenswerbung. Honorarverträge gehören auch dazu.
Auch zwischen "Langjährigkeit" und "Intensität", mit der ein Ehrenamt ausgeübt wird, gibt es verschiedene Auffassungen.
 

Die Festredner bezeichneten die Veranstaltung jeweils als drittgrößtes Event der Stadt. Nur die Lokalpresse widmete diesem Ereignis nur einen kurzen Artikel. Lobenswert wäre doch zu mindestens eine namentliche Nennung der Ausgezeichneten in der Presse gewesen. Lediglich im Internet erschien nachträglich die Namensnennung. Auch  DVD's mit Aufzeichnungen der Veranstaltungen wurden vertrieben.  


Fortsetzung folgt oder wie geht es weiter?

Es scheint noch immer der Eindruck zu bestehen, dass ehrenamtliches Engagement den Unternehmungen massiv Aufträge kosten könnten. Andererseits können Unternehmungen diese Lücken nicht schließen.

Auch der lokale Tourismusverband sieht nur sein eigenes Engagement. Zuarbeit, einfache Unterstützung durch Aiuslegung unserer Wanderprogamme, aber auch unserer Hilfe für das touristische Umfeld wird strickt von dort abgelehnt. Man denkt  zunächst nur an den eigenen unmittelbaren Bereichs-Umsatz.
Von uns eingeladene auswärtige Wanderer wollen schließlich auch essen, trinken und übernachten. Geschädigt wird dadurch das gesamte Übernachtungs- und Gaststättengewerbe der Landeshauptstadt. Aber was soll es! Unserere Wanderangebote liegen bei vielen deutschen, österreichischen, schweizer italienischen und französischen Agenturen und Hotels kostenfrei aus. 

 

Mit Stand von März 2015 hatte die Staatskanzlei des Landes Brandenburg an unsere Abteilung Wandern insgesamt 9 Ehrenamtskarten für das geleistete Bürgerschaftliche Engagement übergeben. Für die durchgeführten Fortbildungen gab es ebenfalls Zertifikate der Staatskanlei. 
Außerdem wurde uns eine Silberne Ehrennadel des Deutschen Wanderverbandes auf Bundesebene für die Aktivitäten im Wandern verliehen.
Da hat die Stadt Potsdam bisher wohl etwas übersehen!

Nach mehrereren "Anstößen" über des Büro des Oberbürgermeisters versprach man Ende Oktober 2015 Besserung sowie Abbau der entstandenen und hier aufgezählten Unstimmigkeiten.

Doch wie hat man ddas Problem gelöst?

2016 hat man tatsächlich unserere Aktivitäten erneut durch Vorschlägen für die Nominierung zum Ehrenamtspreis der Stadt Potsdam berücksichtig. Nur für die in den Anschriften verwendeten Postleitzahlen erfand man diesmal ein eigenständiges System der Zuordnung der Postleitzahlen zu den Straßen - .das im  Auftrage des Oberbürgermeisters - irgendwie blamabel.


In 2016 auf ein Neues. Nun sollten wir alles aus 2015 nochmals einreichen. Doch wieder blieb es nur bei einer Nennung. Nun hieß es im Nachgang für 2016, dass man das hohe Engagement für Flüchtlinge besonders würdigen wollte. Alles andere hätte zurückstehen müssen.

Auch beschränkte man sich auf die Aktivitäten in ausgewählten Stadtquartieren.
Der Begriff "Quartier" war zwar laurt Ausschreibung für die gesamte Stadt als Einheit zu sehen. Doch die Jury verstand darunter Stadtteilbezogenheit analog der Historie.zu Potsdam. Auch wurde das Bearbeitungsteam für die Vorschläge ausgewechselt. Wir wurden als aktive Ehrenamtler zwar genannt - mehr war aber nicht. Man vertröstete auf die Entscheidung für 2017. 


In 2017 hatte man zwar alle unsere Kritiken ordnungsgemäß umgesetzt. Alle Teilnehmer profitierten davon. Die Veranstaltung und die Reden dazu waren hervorragend. Gleichzeitig wurde aber auch das System der Würdigung für den "Ehrenamtspreis der Stadt Potsdam" komplett verändert. Es wurden zwar herausragende einzelne Aktivitäten stellvertretend für die Gesamtheit der Ehrenamtlichen gewürdigt. Das Ganze hatte den Charakter eines Losprinzips. Auch die Zahl der Preise wurde reduziert.
Nur blieben jedoch die "Langjährigkeit" und der geleistete Umfang im Ehrenamt unberücksichtigt. Bis auf eine Ausnahme entstand zudem der Eindruck, dass die stellvertretend für alle Zuwürdigenden aus dem Einflussbereich der Stifter der Preise kamen. 

 

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Mercure
Hotel Mercure an der Langen Brücke als Wegweiser zur historischen Innenstadt

 

 

 

 

 

 

 

Alter Markt
Der Obelisk auf dem Alten Markt
Nikolaikirche
Nikolaikirche am Alten Markt

 

 

 

 

 

Stadtkanal Potsdam
Am Stadtkanal

 

Friedenskirche
Friendenskirche
Schloss Sanssouci
Schloss Sanssouci - Terrassen

 

 

 

 

 

Teehaus
Chinesisches Teehäuschen

 

 

 

 

 

Im Park Sanssouci - unterhalb Orangerieschloss
Im Park Sanssouci - unterhalb Orangerieschloss